Linienführung und Betrieb

Wer fährt die neuen Züge?

Die Betreiber des RRX sind die National Express Rail GmbH und die Abellio Rail NRW. National Express übernimmt beim Vorlaufbetrieb für den RRX die heutigen Linien RE 4, RE 5 und RE 6. Abellio ist für die Linien RE 1 und RE 11 zuständig.

Ab wann fahren die neuen Züge?

Die neuen RRX-Züge gehen ab Ende 2018, mit dem Start des Vorlaufbetriebes, nach und nach auf die Strecke.

Ab Dezember 2018: Der RE 11 von Düsseldorf nach Kassel

Ab Juni 2019: Der RE 5 von Koblenz nach Wesel

Ab Dezember 2019: Der RE 6 von Köln/Bonn (Flughafen) nach Minden

Ab Juni 2020: Der RE 1 von Aachen nach Hamm

Ab Dezember 2020: Der RE 4 von Aachen nach Dortmund 

Wie viele RRX-Linien wird es geben?

Das gegenwärtige Linienkonzept sieht die folgenden sieben RRX-Linien vor:

RRX 1: Aachen – Köln – Düsseldorf – Essen – Dortmund

RRX 2: Aachen – Köln – Düsseldorf – Essen – Dortmund – Hamm – Paderborn – Kassel

RRX 3: Köln/Bonn Flughafen – Neuss – Düsseldorf – Gelsenkirchen – Dortmund – Hamm

RRX 4: Koblenz – Köln – Düsseldorf – Essen – Dortmund – Hamm – Bielefeld

RRX 5: Düsseldorf – Duisburg – Oberhausen – Wesel

RRX 6: Koblenz – Köln – Düsseldorf – Essen – Dortmund – Hamm – Bielefeld – Minden

RRX 7: Düsseldorf – Duisburg – Essen – Gelsenkirchen – Münster – Osnabrück

Benötige ich für den RRX ein besonderes Ticket?

Der RRX kann ohne Aufpreis zum Nahverkehrstarif genutzt werden.

Wer entscheidet, welche Bahnhöfe angefahren werden?

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur legt fest, welche Linien der RRX hat und welche Bahnhöfe angefahren werden.

Wohin fahren die einzelnen RRX-Linien?

Der RRX umfasst sieben Linien (s. Punkt II.3). Sie werden die Metropolen des Landes nach dem Aus- und Umbau der Infrastruktur verbinden. Dabei soll auf der Kernstrecke des RRX zwischen Köln und Dortmund ein 15-Minuten-Takt realisiert werden. Über die Endpunkte der einzelnen Linien außerhalb des Kernnetzes sind von fast allen Landesteilen umsteigefreie Verbindungen zur Rhein-Ruhr-Achse möglich.

Wird der Zugverkehr durch den RRX zuverlässiger?

Der Zugverkehr soll durch den Ausbau der Schieneninfrastruktur zuverlässiger werden. Bislang teilen sich Regional-, Fern- und Güterverkehr vielerorts die Gleise. Für den RRX werden auf vielen Streckenabschnitten zusätzliche Gleise verlegt, was die Trennung schnellerer und langsamerer Verkehre ermöglicht. Künftig teilen sich der Fernverkehr und der RRX sowie die S-Bahn und abschnittsweise der Güterverkehr je zwei Gleise. Auf dem sechsgleisigen Abschnitt zwischen Düsseldorf und Duisburg stehen dem Fernverkehr, dem RRX sowie der S-Bahn sogar je zwei eigene Gleise zur Verfügung, sodass der schnelle Fernverkehr den übrigen Verkehr konfliktfrei überholen kann. Neben dem Ausbau der Schienenwege soll auch die verbesserte Einstiegssituation für mehr Zuverlässigkeit beitragen. Durch den stufenlosen Ein- und Ausstieg der Fahrgäste sowie die großzügigen Einstiegsbereiche beschleunigt sich der Fahrgastwechsel. Zudem sollen Optimierungen bei der Wartung der Fahrzeuge die Zuverlässigkeit des Zugverkehrs verbessern: Um eine hundertprozentige Verfügbarkeit der Züge zu garantieren, verwendet der Hersteller Siemens modernste Diagnose- und Analysesysteme. Dadurch sollen Fehler schon vor ihrem Auftreten erkannt und behoben werden.

Bahnhöfe

Werden die Bahnhöfe für den RRX umgebaut?

Im Zuge der von Land, Deutscher Bahn und den Aufgabenträgern initiierten und umgesetzten Bahnhofsmodernisierung erhalten viele Bahnhöfe und Stationen in Nordrhein-Westfalen ein neues Gesicht – darunter 71 Stationen entlang der so genannten Außenäste des RRX.

Welche Veränderungen wird es an den Bahnhöfen geben?

Im Rahmen der Baumaßnahmen werden die Bahnsteighöhen angepasst, um einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. Darüber hinaus erfolgen weitere Investitionen in die Barrierefreiheit, zum Beispiel durch neue Aufzüge und taktile Leitstreifen für Menschen mit Sehbehinderung. Auch die Aufenthaltsqualität in den Bahnhöfen wird verbessert, etwa durch Optimierungen bei Bodenbelag, Wetterschutz, Beleuchtung und Fahrgastinformation.

Infrastruktur

Fährt der RRX auf einem eigenen Gleis?

Für den RRX werden auf vielen Streckenabschnitten zusätzliche Gleise verlegt und die Verkehre zwischen Köln und Dortmund neu sortiert. So können schnellere und langsame Verkehre künftig besser voneinander getrennt werden. Der Fernverkehr und der RRX sowie die S-Bahn und abschnittsweise der Güterverkehr teilen sich je zwei Gleise. Auf dem sechsgleisigen Abschnitt zwischen Düsseldorf und Duisburg stehen dem Fernverkehr, dem RRX sowie der S-Bahn sogar je zwei eigene Gleise zur Verfügung. Das sorgt dafür, dass der schnelle Fernverkehr den übrigen Verkehr konfliktfrei überholen kann.

Wie läuft der Infrastrukturausbau ab?

Bevor der notwendige Um- und Ausbau der Schieneninfrastruktur für den RRX erfolgen kann, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Planfeststellungverfahren durchlaufen werden. Das Projekt ist dazu in 15 Planfeststellungsabschnitte (PFA) unterteilt. Im Rahmen der förmlichen Verwaltungsverfahren werden die Unterlagen zum Projekt öffentlich ausgelegt. Es erfolgt eine Würdigung aller relevanten rechtlichen Sachverhalte, zudem werden die Einwendungen von Betroffenen geprüft. Die Planfeststellungsverfahren zum RRX sind unterschiedlich weit fortgeschritten. Für die ersten Abschnitte liegt das Baurecht bereits vor. Nähere Informationen zu den Planfeststellungsbereichen und dem aktuellen Stand der Verfahren gibt es hier.

Welche Um- und Ausbaumaßnahmen werden durchgeführt?

Um die angestrebte dichte Taktung des RRX zu realisieren, ist ein umfangreiche Um- und Ausbau der Schieneninfrastruktur erforderlich: Die Strecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf-Benrath wird durchgehend auf vier Gleise vervollständigt. Im Anschluss erfolgt der sechsgleisige Ausbau von Düsseldorf-Benrath bis Duisburg Hbf. Darüber hinaus erfolgen punktuelle Maßnahmen zwischen Duisburg und Dortmund sowie umfangreiche Anpassungen der Gleisinfrastruktur im Knoten Dortmund Hbf. Informationen zu den geplanten Arbeiten und dem aktuellen Stand gibt es hier.

Fahrzeug

Sind die Fahrzeuge barrierefrei?

Alle Wagen der RRX-Züge sind niveaugleich und ermöglichen einen barrierefreien Zugang vom Bahnsteig. Die stufenlosen Ein- und Ausstiege erleichtern zusammen mit den breiten Türen und großzügig geschnittenen Einstiegsräumen den Fahrgastwechsel. Darüber hinaus sind die Endwagen der jeweiligen Fahrzeugmodelle speziell auf die Belange von Fahrgästen mit Rollstuhl ausgerichtet: Neben drei Rollstuhlplätzen befindet sich hier eine große, den Vorgaben der Norm TSI PRM entsprechende Universaltoilette. Zusätzlich wird auch an den Bahnhöfen in die Barrierefreiheit investiert (s. Punkt III.1).

Können im Fahrzeug Fahrräder mitgenommen werden?

Die RRX-Züge verfügen über drei Mehrzweckabteile, die sich in den beiden Mittelwagen und im Endwagen der jeweiligen Modelle befinden. In jedem Mehrzweckabteil können 6 Fahrräder abgestellt werden, sodass jedes Fahrzeug über 18 Fahrradabstellplätze verfügt.

Wie viele Sitzplätze hat ein Zug?

Die neuen RRX-Züge bestehen aus einstöckigen End- und doppelstöckigen Mittelwagen mit insgesamt 400 Sitzplätzen. Der RRX fährt fast ausschließlich in Doppeltraktion und bietet damit 800 Sitzplätze im Regelbetrieb.

Wer stellt den Zug her?

Hersteller des Zuges ist Siemens. Die Division Mobility der Siemens AG ist mit der Lieferung von 82 Elektrotriebwagen vom Typ Desiro HC und der Wartung über einen Zeitraum von 32 Jahren beauftragt. Die Züge werden in den Siemens-Werken in Krefeld und Wien gebaut. Für die Instandhaltung errichtet das Unternehmen ein neues Depot in Dortmund.

Wie viele Fahrzeuge gibt es?

Siemens baut insgesamt 82 Elektrotriebwagen vom Typ Desiro HC, die ab Ende 2018 nach und nach ausgeliefert werden und ihren Betrieb aufnehmen.

Welche Komfortmerkmale hat der Zug?

Die RRX-Züge verbessern den Reisekomfort im Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen. Fahrgäste können an allen Türen niveaugleich ein- und aussteigen. In den Zügen finden sie hochwertige, bequeme Sitze, Steckdosen und Leseleuchten vor. Neuartige Scheiben sorgen für einen besseren Mobilfunkempfang, zudem gibt es kostenloses WLAN. Für die Fahrgastinformation sind große Monitore vorgesehen. Eine transparente und übersichtliche Gestaltung sowie vollständige Videoüberwachung verbessern das Sicherheitsgefühl der Reisenden. Darüber hinaus ist der Geräuschpegel in den Fahrzeugen geringer.

Lärmschutz

Wird es Lärmschutz entlang der Strecke geben?

Die Deutsche Bahn arbeitet daran, Lärmemissionen beim RRX zu minimieren. Grundlage für den Lärmschutz sind die Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Danach haben Anwohner an Neu- und Ausbaustrecken einen Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden. In Schallgutachten zu den einzelnen Streckenabschnitten, die von unabhängigen Gutachtern erstellt werden, werden die Schallimmissionswerte und die Veränderungen durch Schallschutzmaßnahmen errechnet. Die Berechnungen basieren auf den aktuellen Verkehrsprognosen, die dem Bundesverkehrswegeplan zugrunde liegen. Bei vorhandenen Strecken besteht kein Anspruch auf zusätzlichen Lärmschutz, es sei denn sie werden im Rahmen des RRX umgebaut. Sollte das nicht der Fall sein können hier ggf. über das freiwillige Lärmsanierungsprogramm des Bundes Schutzmaßnahmen finanziert werden. Im Kernbereich des RRX wird sich die Schallsituation im Vergleich zu heute wegen der einzuplanenden Schallschutzmaßnahmen in vielen Streckenabschnitten deutlich verbessern. Mehr Informationen zum Lärmschutz beim RRX gibt es hier.

Welche Lärmschutzmaßnahmen gibt es?

Die Deutsche Bahn verfügt über eine große Bandbreite lärmmindernder Technologien. Beim aktiven Lärmschutz kommen in der Regel hochabsorbierende Schallschutzwände zum Einsatz. Für die Lärmvermeidung an der Quelle ist wiederum eine glatte Oberfläche der Schienen eine wichtige Voraussetzung. Darum werden die Schallschutzmaßnahmen in bestimmten Streckenabschnitten durch das „Besonders überwachte Gleis“ ergänzt: Dabei überprüft ein Schallmesszug regelmäßig den Zustand der Schienenoberflächen auf ihren akustischen Zustand. Überschreiten die gemessenen Werte die Vorgaben, wird die Oberfläche der Schienenköpfe geschliffen. Das sorgt für eine dauerhafte Lärmreduktion von drei dB (A). Kann aktiver Lärmschutz nur teilweise oder gar nicht realisiert werden, kommt passiver Lärmschutz zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um schalltechnische Verbesserungen an Gebäuden, die eine Einhaltung der deutlich niedrigeren Grenzwerte in Innenräumen ermöglichen – zum Beispiel durch Schallschutzfenster, die Dämmung von Außenwänden und Dächern oder schallgedämpfte Lüfter. Mehr Informationen zum Lärmschutz beim RRX gibt es hier.

Wie wird der Geräuschpegel durch den Zugverkehr gemessen?

Es gibt unterschiedliche Formen von Pegeln, mit denen die Geräuschbelastung gemessen wird. 

Der Schalldruckpegel zeigt die Stärke eines Schallereignisses an. Der Hintergrundgeräuschpegel gibt die Intensität des Umgebungslärms ohne die zu beurteilende Geräuschquelle an. Der Beurteilungspegel ist der Mittelungspegel am Wohnort von Anwohnern in einem gemäß der 16. BImSchV definierten Zeitraum. Der Vorbeifahrtpegel stellt den Mittelungspegel während der Zugvorbeifahrt dar. Der Maximalpegel ist der höchste gemessene Wert, während ein Zug vorbeifährt der Maximalpegel wird im Vergleich zu den anderen Pegeln bei der Berechnung überproportional berücksichtigt.

Die DB argumentiert zum Thema Schallschutz in der Regel mit dem Mittelungspegel. Hier werden alle Zugfahrten in einem bestimmten Zeitraum zusammengefasst; dabei sind Stärke und Dauer jedes Einzelgeräusches zu berücksichtigen.

Mehr Informationen zum Schallschutz beim RRX gibt es hier.

Im Rahmen der RRX-Schallschutzsimulation wird mit dem Vorbeifahrtpegel argumentiert. Warum?

Die RRX-Schallschutzsimulation zeigt wie der Geräuschpegel durch das RRX-Fahrzeug und den Einsatz von Schallschutzwänden weiter reduziert wird. Dies wird anhand von Vorbeifahrten unterschiedlicher Zugmodelle veranschaulicht. Um den Geräuschpegel während der Vorbeifahrt exakt wieder zu geben, wird die Vorbeifahrt mit dem Vorbeifahrtpegel bemessen, also dem Mittelungspegel der während einer einzelnen Vorbeifahrt gemessen wird.

In der Schallschutzdiskussion soll dieser Wert nicht mit den kommunizierten Werten des Mittelungspegels vermengt werden, da beiden Pegeln unterschiedliche Messparameter zu Grunde liegen. Mehr Informationen zum Schallschutz beim RRX gibt es hier.