Mit einer Stimme sprechen

Standpunkt

Mit einer Stimme sprechen

Frau Stre­cker, bis zur voll­stän­di­gen Rea­li­sie­rung des RRX ver­ge­hen noch ei­ni­ge Jah­re. Wa­rum ist es so wich­tig, ge­ra­de jetzt schon kom­mu­ni­ka­tiv in die Of­fen­si­ve zu ge­hen?

Die Er­fah­rung der ver­gan­ge­nen Jah­re zeigt, dass ei­ne früh­zei­ti­ge In­for­ma­ti­on der Öf­f­ent­lich­keit von zen­tra­ler Be­deu­tung für das Ge­lin­gen von Groß­pro­jek­ten ist. Die Men­schen wol­len nicht erst dann ins Bild ge­setzt wer­den, wenn ein Vor­ha­ben mit­ten in der Um­set­zung ist, son­dern er­war­ten zu Recht, schon vor­ab um­fas­sen­de Aus­künf­te zu er­hal­ten. Oh­ne ei­ne sol­che In­for­ma­ti­on be­steht die Ge­fahr, dass Au­ßen­ste­hen­de die Deu­tungs­ho­heit über­neh­men und das Mei­nungs­bild ein­sei­tig be­stim­men.

Wel­che An­for­de­run­gen stellt ein Groß­pro­jekt wie der RRX an die Kom­mu­ni­ka­ti­on?

Der RRX ist ein sehr er­klä­rungs­be­dürf­ti­ges Vor­ha­ben, das macht die Kom­mu­ni­ka­ti­on zu ei­ner Her­aus­for­de­rung. Es gibt ei­ne Viel­zahl an Be­tei­lig­ten, un­ter­schied­li­che ört­li­che Ge­ge­ben­hei­ten und Pla­nungs­ab­schnit­te so­wie um­fas­sen­de Ver­än­de­run­gen bei Li­ni­en­ver­lauf und Be­trieb – all das gilt es, den Men­schen an­schau­lich zu ver­mit­teln. Hin­zu kommt, dass der RRX noch nicht fährt, die Öf­f­ent­lich­keit kann ihn bis­lang we­der se­hen noch nut­zen. Wir muss­ten da­her We­ge fin­den, das ab­strak­te Pro­jekt RRX greif­bar und an­schau­lich ma­chen.

Portrait von Birgit Strecker (stellv. Leitung KCM NRW) im Gespräch mit der Interviewpartnerin.
Portrait von Birgit Strecker (stellv. Leitung KCM NRW) im Gespräch mit der Interviewpartnerin.
Portrait von Birgit Strecker (stellv. Leitung KCM NRW) im Gespräch mit der Interviewpartnerin.
Ansicht eines Konferenztisches, an dem mehrere Personen über eine Präsentation zum RRX diskutieren.
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Das Kom­pe­tenz­cen­ter Mar­ke­ting NRW über­nimmt bei der Öf­f­ent­lich­keits­ar­beit zum RRX ei­ne zen­tra­le Rol­le. Wa­rum macht das Sinn?

Das Land Nord­rhein-​West­fa­len hat schon vor Jah­ren ge­zielt Kom­pe­tenz­cen­ter ge­grün­det, die lan­des­weit be­deut­sa­me The­men und Auf­ga­ben aus den Be­rei­chen Ta­rif, Mar­ke­ting, In­for­ma­ti­on, Pla­nung und Pro­dukt­ent­wick­lung rund um den Öf­f­ent­li­chen Nah­ver­kehr ko­or­di­nie­ren. Das KCM über­nimmt im Rah­men die­ser Auf­ga­ben­ver­tei­lung un­ter an­de­rem die Kom­mu­ni­ka­ti­on zu al­len lan­des­wei­ten The­men des Öf­f­ent­li­chen Ver­kehrs und da­mit auch zum RRX als dem zen­tra­len Schie­nen­pro­jekt für Nord­rhein-​West­fa­len.

Wie ge­lingt es, an­ge­sichts der un­ter­schied­li­chen Ak­teu­re aus Po­li­tik, Zweck­ver­bän­den, Ver­kehrs­ver­bün­den, -​un­ter­neh­men und In­dus­trie ei­ne ge­lun­ge­ne Au­ßen­dar­stel­lung si­cher­zu­stel­len?

Wich­tig ist, dass wir uns gleich zu Be­ginn der in­ten­si­ve­ren Öf­f­ent­lich­keits­ar­beit im ver­gan­ge­nen Jahr ei­ne ver­bind­li­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tur ge­ge­ben ha­ben. Die­se Vor­ge­hens­wei­se stellt si­cher, dass je­der sei­ne Rol­le im Pro­zess kennt und es kei­ne Un­si­cher­hei­ten bei der Auf­ga­ben­ver­tei­lung gibt. Dar­über hin­aus ist es aus mei­ner Sicht er­for­der­lich, das ge­mein­sa­me kom­mu­ni­ka­ti­ve Ziel im Blick zu be­hal­ten. Na­tür­lich gibt es bei ei­nem Pro­jekt die­ser Grö­ßen­ord­nung im­mer auch ein­mal wi­der­strei­ten­de In­ter­es­sen und Mei­nun­gen. Es muss aber al­len Be­tei­lig­ten dar­an ge­le­gen sein, nach au­ßen Ge­schlos­sen­heit zu zei­gen und mit ei­ner Stim­me zu spre­chen.

Im ver­gan­ge­nen Jahr stand der Nut­zen des RRX im Zen­trum der Kom­mu­ni­ka­ti­on. Wel­che Schwer­punk­te wol­len Sie in den kom­men­den Mo­na­ten set­zen?

Der RRX wird für die Men­schen im­mer kon­kre­ter, denn En­de 2018 ge­hen be­reits die ers­ten neu­en Zü­ge auf die Stre­cke – wenn auch nicht im 15-​Mi­nu­ten-​Takt. Das wird noch ei­ni­ge Jah­re dau­ern. Wir neh­men das zum An­lass, das Pro­jekt noch nä­her zu den Men­schen brin­gen. Ak­tu­ell macht ei­ne Road­show in ver­schie­de­nen Städ­ten ent­lang der Stre­cke Sta­ti­on und er­mög­licht es, den RRX schon jetzt mul­ti­me­di­al zu er­le­ben. Vor dem Start des Vor­lauf­be­triebs im De­zem­ber 2018 wird dar­über hin­aus na­tür­lich die In­for­ma­ti­on über die ver­kehr­li­chen Än­de­run­gen im Mit­tel­punkt ste­hen. Par­al­lel setzt DB Netz wei­ter­hin auf ei­ne in­ten­si­ve Bür­ger­in­for­ma­ti­on im Rah­men der Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren für die ein­zel­nen Stre­cken­ab­schnit­te. Auch dies gilt es, mit der all­ge­mei­nen RRX-​Kom­mu­ni­ka­ti­on zu syn­chro­ni­sie­ren.