Interview mit Ulrich Jäger

Standpunkt

Interview mit
Ulrich Jäger

Schon heu­te sind im­mer mehr Men­schen in Nord­rhein-​West­fa­len mit Bus und Bahn un­ter­wegs. Im In­ter­view be­leuch­tet Ul­rich Jae­ger, Vor­sit­zen­der der Lan­des­grup­pe NRW im Ver­band Deut­scher Ver­kehrs­un­ter­neh­men, die Ent­wick­lung im Öf­f­ent­li­chen Ver­kehr und die Rol­le des Rhein-​Ruhr-​Ex­press. 


Herr Jae­ger, wie ent­wi­ckeln sich die Fahr­gast­zah­len im Öf­f­ent­li­chen Ver­kehr in Nord­rhein-​West­fa­len?

Wie in ganz Deutsch­land er­le­ben wir auch in Nord­rhein-​West­fa­len seit Jah­ren stei­gen­de Fahr­gast­zah­len. 2017 konn­ten wir mit 2.253,4 Mil­lio­nen Fahr­gäs­ten er­neut ei­nen Re­kord ver­bu­chen. Das liegt zum ei­nen si­cher­lich an ei­nem ver­än­der­ten Mo­bi­li­täts­ver­hal­ten bei vie­len Men­schen, die ver­mehrt auf um­welt­be­wuss­te Fort­be­we­gungs­mit­tel und Sha­ring Mo­bi­li­ty set­zen. Die po­si­ti­ve Ent­wick­lung ist aber auch auf das En­ga­ge­ment der rund 130 öf­f­ent­li­chen Ver­kehrs­un­ter­neh­men im Land zu­rück­zu­füh­ren, die al­les dar­an­set­zen, der gro­ßen Nach­fra­ge ein at­trak­ti­ves und nach­hal­ti­ges An­ge­bot ge­gen­über­zu­stel­len.

Wel­che Be­deu­tung hat vor die­sem Hin­ter­grund der RRX?

Der RRX ist von zen­tra­ler Be­deu­tung, um die stei­gen­de Nach­fra­ge im Re­gio­nal­ver­kehr auf der Schie­ne zu be­wäl­ti­gen. Die An­ge­bots­aus­wei­tung auf der Schie­ne, das ver­bes­ser­te Sitz­platz­an­ge­bot und die be­son­de­ren Kom­fort­merk­ma­le der mo­der­nen Fahr­zeu­ge wer­den dar­über hin­aus dem ge­sam­ten Öf­f­ent­li­chen Ver­kehr in Nord­rhein-​West­fa­len ei­nen Schub ver­lei­hen und da­zu bei­tra­gen, mehr Ver­kehr von der Stra­ße zu ver­la­gern.

Was muss pas­sie­ren, da­mit das jet­zi­ge Ver­kehrs­an­ge­bot und der RRX zu ei­ner funk­tio­nie­ren­den Ein­heit ver­schmel­zen?

Der RRX wird vor al­lem dann zum Er­folg, wenn ei­ne rei­bungs­lo­se An- und Ab­rei­se mit dem kom­mu­na­len ÖPNV ge­währ­leis­tet ist. Da­zu müs­sen die Ver­kehrs­un­ter­neh­men in das An­ge­bot und ei­ne zu­ver­läs­si­ge In­fra­struk­tur in­ves­tie­ren. An­ge­sichts des im­men­sen Sa­nie­rungs­be­darfs in Nord­rhein-​West­fa­len stellt das ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung dar. Vie­ler­orts sind die Stra­ßen-​ und U-​Bahn­net­ze in die Jah­re ge­kom­men, auch die Fahr­zeug­flot­ten müs­sen er­neu­ert wer­den. Vor die­sem Hin­ter­grund ist es zu be­grü­ßen, dass das NRW-​Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um jetzt in ei­nem Gut­ach­ten den Er­neue­rungs­be­darf bei U-​Bah­nen und Stra­ßen­bah­nen un­ter­su­chen lässt. Ei­ne sol­che Be­stands­auf­nah­me bie­tet ei­ne ge­si­cher­te Ba­sis, auf der Po­li­tik und Ver­kehrs­bran­che ge­mein­sam Lö­sun­gen für die drin­gend be­nö­tig­ten Er­neue­rungs­in­ves­ti­tio­nen er­ar­bei­ten kön­nen.