Ein älterer Mann und eine ältere Frau sitzen auf einem Sofa. Die Frau hält einen Laptop auf ihrem Schoß, der Mann daneben zeigt auf den Bildschirm.

Immer informiert: Im Dialog an der
Baustelle

Kommt es auf den Schienen NRWs zu Modernisierungs- und Ausbaumaßnahmen, ist ein kurzer Draht zu Anwohnerinnen und Anwohnern vor Ort besonders wichtig: Julia Pietsch von der DB Netz AG gibt einen Einblick in die Baukommunikation im Projekt RRX – und erklärt, wie die Menschen im Jahrzehnt der Baustellen mitgenommen und eingebunden werden.

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Kommunikationsaufgabe endet nicht hinterm Bauzaun

„Wir begleiten die Bauprojekte von Anfang an“, erklärt Julia Pietsch, Referentin für Stakeholdermanagement und Öffentlichkeitsarbeit der DB Netz AG. „Wenn feststeht, dass die Bagger anrollen, haben wir vor allem die Bedürfnisse der Anwohnerinnen und Anwohner im Umfeld der Baumaßnahme im Blick. Unsere Aufgabe ist es dann, umfassend zu informieren und den Bürgerinnen und Bürgern bei Fragen zur Seite zu stehen.“ Denn wenn gebaut wird, bedeutet dies nicht nur Einschränkungen für die Mobilitätsangebote auf dem betroffenen Streckenabschnitt, sondern auch für die Menschen, deren Lebensmittelpunkt sich in unmittelbarer Nähe der Baustellen befindet.

Um die Belastungen während der Bauzeit für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten, setzen Aufgabenträger, Betreiber und die DB Netz AG auf engen Austausch. „Unsere Kommunikationsaufgabe endet nicht hinter dem Bauzaun – wir nutzen Schnittmengen und Synergien und unterstützen uns im Projekt gegenseitig“, betont die Expertin für Kommunikationsfragen. Das stärke nicht nur die Zusammenarbeit der Partnerinnen und Partner, sondern schaffe gleichzeitig das beste Informationsangebot. Während die DB Netz AG den Austausch mit Anwohnerinnen und Anwohnern sucht, versorgen Aufgabenträger und Betreiber die Pendlerinnen und Pendler über Apps und am Bahnsteig mit den wichtigsten Infos zum Betrieb. „Wo gehobelt wird, fallen auch Späne. Für langfristige Verbesserungen wird es manchmal kurzfristig unangenehm – doch Geduld und Durchhaltevermögen zahlen sich aus.“


Offenes Ohr und wachsamer Blick

Aus organisatorischen Gründen muss an einigen Baustellen rund um die Uhr gearbeitet werden – für Anwohnerinnen und Anwohner kann das schlaflose Nächte bedeuten. Damit weder die Nerven der Menschen vor Ort noch der Zeitplan der Bauleitung überstrapaziert werden, nimmt Lärmschutzbeauftragter Guido Leue die Situation genau unter die Lupe. Leue prüft, ob alle Vorschriften eingehalten werden und die Belastung durch den Einsatz leiserer Geräte gemindert werden können. „Wir merken, wie wichtig es ist, dass sich die Menschen verstanden und ernstgenommen fühlen“, erklärt Julia Pietsch. Wichtig sei außerdem: „Auch wenn es natürlich bei den meisten unserer Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern um Beschwerden geht, signalisieren uns viele der persönlichen Kontakte auch sehr viel Verständnis und bleiben freundlich.“

„Im Jahrzehnt der Baustellen zählt der gemeinsame Austausch: Wir nehmen die Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner ernst – denn Verständnis erzeugen, funktioniert nur in beide Richtungen.“

Julia Pietsch, Referentin Stakeholdermanagement und Öffentlichkeitsarbeit der DB Netz AG

Immer informiert – nahbarer Austausch trotz Corona

Bei den Anfragen hilft der persönliche Austausch enorm, da ist sich Julia Pietsch sicher. Doch wie in vielen anderen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens hat Corona auch die Baukommunikation vor neue Herausforderungen gestellt. „Wenn wir Nachtarbeiten am Gleis anmelden, gibt es exakte gesetzliche Vorgaben, wie viele Menschen wir in welchem Radius um die Baustelle herum informieren müssen“, erklärt Pietsch. Darunter könnten je nach Größe des Bauvorhabens auch schon mal über 50.000 Haushalte fallen. „Viele Informationen können wir per Hauseinwurf vermitteln, das ersetzt jedoch nicht das persönliche Gespräch.“

Waren vor März 2020 noch große Infoveranstaltungen möglich, setzt das Team von der DB Netz AG jetzt auf digitalen Bürgerdialog. Vollständig möchte das Unternehmen jedoch nicht auf den direkten und persönlichen Austausch vor Ort verzichten. Mit dem geplanten Infocenter in Leverkusen schafft die DB Netz AG eine Anlaufstelle, um sich coronakonform auszutauschen und multimedial zu informieren. „Das Jahrzehnt der Baustellen wird für ganz NRW eine spannende Herausforderung, die sich am Ende für uns alle durch ein besseres Mobilitätsangebot lohnt. Ein voller Erfolg kann es jedoch nur dann werden, wenn wir die Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg durch eine transparente Baukommunikation jederzeit mitnehmen!“

 

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